Die Bank, die nur anbaute.
Zehn Jahre Deutsche Bank, 5.000 Anwendungen, ein Sonderbeauftragter — was der teuerste IT-Bestand Deutschlands über KI-Projekte lehrt, die gerade beginnen.
Der lange Weg zum Umbau
1 · Der Brief
Im Juli 2015 ist John Cryan drei Wochen im Amt, als er der Belegschaft der Deutschen Bank einen Brief schreibt. Der Brite ist angetreten, um das größte Geldhaus des Landes zu sanieren, und er beginnt nicht mit einer Vision, sondern mit einer Diagnose: „Wir haben zugelassen, zu ineffizient zu sein."[1] Mangelhafte Prozesse, veraltete Technologien, zu viele manuell ausgeführte Tätigkeiten hätten die Kostenbasis der Bank aufgebläht — und einen zu großen Teil der hart erwirtschafteten Erträge gleich wieder aufgezehrt.
Öffentlich wird Cryan noch deutlicher. Die IT seines eigenen Hauses nennt er „lausig".[2]
Man muss einen Moment innehalten, um die Szene zu würdigen. Hier spricht nicht ein Kritiker von außen, kein Analyst, kein enttäuschter Kunde. Hier spricht der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank — über die Deutsche Bank. Über ein Institut, das über Jahrzehnte als Inbegriff deutscher Finanzmacht galt und das zu diesem Zeitpunkt Zehntausende Mitarbeiter in Dutzenden Ländern beschäftigt. Und das, wie sich zeigen wird, im Maschinenraum aus mehr als 5.000 einzelnen Software-Anwendungen besteht.[3]
Wie kommt eine Organisation dahin?
2 · Die Landschaft
Die Antwort lautet: nicht durch eine große falsche Entscheidung, sondern durch Tausende kleine richtige.
Als Cryan 2015 antritt, betreibt die Bank 45 verschiedene Betriebssysteme. Allein im Londoner Handelsgeschäft existieren rund 100 unterschiedliche Buchungssysteme nebeneinander. Es gibt Hardware, die vom Hersteller nicht mehr unterstützt wird — und Software, die ausschließlich auf genau dieser Hardware läuft. Eine Integration der Systeme existiert praktisch nicht, die Dokumentation gilt intern als Albtraum. Händler verschiedener Teams derselben Investmentbank werden auf verschiedenen Systemen gebucht; schon bei einer einzelnen Transaktion ist schwer zu beziffern, welchem Risiko die Bank gerade ausgesetzt ist.[4]
Jedes dieser Systeme hatte einmal einen guten Grund. Ein Desk brauchte eine Funktion, die das Bestandssystem nicht bot — also wurde etwas Neues angeschafft. Ein zugekauftes Institut brachte seine eigene Landschaft mit — also lief sie weiter, die Migration wäre teurer gewesen als der Parallelbetrieb. Ein Geschäftsbereich wollte nicht auf die Konzern-IT warten — also baute er selbst. Jede Einzelentscheidung war, für sich genommen, die billigste und schnellste Option. Ein Anbau eben. Niemand beschloss je das Chaos; es akkumulierte sich aus lauter Vernunft.
Wie sehr Zukäufe diese Rechnung verschärfen, zeigt die Geschichte der prominentesten Tochter. Im September 2008, mitten in der eskalierenden Finanzkrise, vereinbart die Deutsche Bank den Einstieg bei der Postbank: 29,75 Prozent der Aktien, zu 57,25 Euro je Stück — bewusst knapp unter der 30-Prozent-Schwelle, ab der das Gesetz ein Übernahmeangebot an alle Aktionäre verlangt hätte.[5] Zwei Jahre später folgt das freiwillige Angebot an die übrigen Aktionäre, nun zu 25 Euro.[6] Im August 2015 drängt die Bank die letzten Minderheitsaktionäre per Squeeze-out hinaus — mit dem erklärten Ziel, die Postbank abzukoppeln und wieder an die Börse zu bringen.[7] Dann dreht die Strategie: Verkaufspläne, Kehrtwende, am Ende doch die vollständige Integration.[8]
Man lese diese Chronik einmal mit den Augen eines IT-Architekten. Fast fünfzehn Jahre lang war nicht entschieden, ob die Postbank dazugehört oder nicht. Fünfzehn Jahre, in denen zwei vollständige Bankensysteme parallel liefen, gepflegt, gepatcht, reguliert — aber nie zusammengeführt wurden. Eine Nicht-Entscheidung sieht in keiner Bilanz wie ein Kostenblock aus. In der Systemlandschaft ist sie einer: Auch das Aufschieben ist ein Anbau-Jahr.
3 · Die Aufräumerin
Für das Aufräumen holt Cryan eine Frau, die es wissen muss. Kim Hammonds hat die IT von Boeing verantwortet, davor Stationen bei Dell und Ford — Industrien, in denen Systemfehler Flugzeuge betreffen, nicht Buchungen. 2013 kommt sie zur Deutschen Bank, im August 2016 rückt sie in den Vorstand auf.[9] Ihr Auftrag ist so klar wie monumental: die 45 Betriebssysteme auf vier reduzieren, dazu der Abbau von rund 6.000 externen Contractor-Stellen.[10]
Fast drei Jahre später steht der Zähler bei 32.[11]
Das ist keine Null-Bilanz — 13 abgeschaltete Systeme, eine neue zentrale Clearing-Plattform, in der acht Einzelsysteme aufgehen, stabilere Abläufe, weniger manuelle Eingriffe: Das führt Hammonds ihren Kritikern entgegen, und es ist nicht nichts.[12] Aber es ist weit entfernt von vier. Und der Grund dafür ist der vielleicht lehrreichste Befund des ganzen Falls. Denn woran die Konsolidierung stockt, ist nicht die Technik. Aus dem Umfeld der Bank wird berichtet, die Altsysteme würden von innen verteidigt: Wer ein System kontrolliert, kontrolliert Budget, Personal und Relevanz — und hat wenig Interesse an dessen Abschaffung. „Es dreht sich alles um Politik", zitiert ein Branchendienst einen Insider.[13]
Das ist der Moment, in dem aus einem IT-Problem ein Organisationsproblem wird. Der Bestand ist nicht einfach da; er hat Besitzer. Jeder Anbau schafft nicht nur eine technische Altlast, sondern eine Interessengruppe, die ihn übermorgen gegen den Umbau verteidigen wird.
Im März 2018 platzt Hammonds auf einer internen Führungskräftetagung der Kragen. Die Deutsche Bank, sagt sie vor den 150 wichtigsten Managern des Hauses, sei das „dysfunktionalste Unternehmen", für das sie je gearbeitet habe.[14] Der Satz dringt nach außen, Aktionäre und Mitarbeiter reagieren empört, altgediente Banker fordern ihren Rücktritt. Wenige Wochen später verlässt sie das Haus, offiziell im gegenseitigen Einvernehmen. Der Aufsichtsratsvorsitzende dankt ihr für den frischen Wind.[15]
Man kann diese Episode als Personalie lesen. Man kann sie auch so lesen: Eine Managerin, die bei Boeing, Dell und Ford bestanden hat, beißt sich an einem gewachsenen Bestand die Zähne aus — nicht, weil ihr die Kompetenz fehlt, sondern weil der Bestand zurückbeißt.
4 · Die Operation
Fünf Jahre später wagt die Bank unter Cryans Nachfolger Christian Sewing das, was zwei Jahrzehnte aufgeschoben wurde: den echten Umbau. Das Projekt zur Migration der Postbank-IT auf die Konzernplattform — nach Einschätzung der Bank das größte und komplexeste IT-Migrationsvorhaben, das es im europäischen Bankensektor je gegeben hat — soll bis Ende Juli 2023 abgeschlossen sein.[16] Im Juli 2023 meldet das Haus den Abschluss der vierten und letzten Migrationsphase.[17]
Dann beginnt das, was die Öffentlichkeit als Postbank-Desaster kennenlernt.
Kunden kommen nicht mehr an ihre Konten. Daueraufträge werden nicht ausgeführt, der telefonische Kundendienst ist über Wochen faktisch unerreichbar. Besonders hart trifft es die Verletzlichsten: Bei Pfändungsschutzkonten — jenen Konten, auf denen das Existenzminimum hochverschuldeter Menschen gesetzlich vor dem Zugriff geschützt ist — kommt es zu erheblichen Bearbeitungsrückständen; Betroffene warten auf Geld, das ihnen rechtlich garantiert zusteht.[18] Die Verbraucherzentrale NRW schaltet die Finanzaufsicht ein.[19] Bei der BaFin gehen so viele Beschwerden ein, dass die Behörde sie nicht mehr einzeln beantworten kann und die Betroffenen per Pressemitteilung informiert.[20] BaFin-Chef Mark Branson nennt die Lage öffentlich „inakzeptabel und außergewöhnlich" — die Beschwerdemenge zu einem einzelnen Institut sei einmalig.[21]
Am 29. September 2023 folgt der Schritt, der den Fall in die Lehrbücher der Bankenaufsicht einträgt: Die BaFin bestellt einen Sonderbeauftragten nach § 45c Kreditwesengesetz, der überwachen soll, dass die Bank die Einschränkungen im Kundenservice zügig und vollständig beseitigt.[22] Hinter dem Sonderbeauftragten steht eine Expertengruppe der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG.[23] Sewing räumt ein, die Bank habe das Volumen der Kundenanfragen unterschätzt und zu wenig Ressourcen aufgebaut; 400 zusätzliche Mitarbeiter werden auf das Problem angesetzt.[24] Die Zusage, alle Probleme bis Jahresende 2023 zu beheben, hält nicht; die Aufräumarbeiten ziehen sich bis ins Frühjahr 2024, die direkten Kosten beziffern Berichte auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.[25]
Der Sonderbeauftragte verlässt die Bank Ende Oktober 2025. Er war zwei Jahre im Haus.[26]
Und hier muss die Reportage innehalten, um der billigsten Lesart zu widersprechen. Denn das Naheliegende — „der Umbau ist eben schiefgegangen, hätten sie mal nicht migriert" — verfehlt den Punkt vollständig. Die Migration war richtig. Sie war der einzige Ausweg aus zwei parallel gepflegten Bankensystemen. Was 2023 kollabierte, war nicht die Entscheidung zum Umbau, sondern sein Gewicht: fünfzehn Jahre akkumulierte Parallelität, verschleppte Strategiewechsel und gewachsene Abhängigkeiten, die aus einer Renovierung eine Operation am offenen Herzen gemacht hatten. Der Preis des Umbaus wird in den Anbau-Jahren geschrieben — bezahlt wird er erst am OP-Tisch.
5 · Zehn Jahre später
Wie die Geschichte weitergeht, lässt sich an einer einzigen Zahl ablesen. Im November 2025 zieht Bernd Leukert Bilanz, seit 2019 Technologievorstand der Bank, zuvor ein Vierteljahrhundert bei SAP. Von ursprünglich deutlich über 5.000 Anwendungen habe die Bank in fünf Jahren mehr als 2.000 abgeschaltet, allein in Deutschland seien rund 500 redundante Applikationen weggefallen — Ersparnis ab 2026: rund 320 Millionen Euro. Jährlich.[27]
Über 5.000 Anwendungen. Das ist der Bestand, den die Anbau-Jahrzehnte hinterlassen haben — und die 320 Millionen sind, im Umkehrschluss, der Preis, den allein die inzwischen abgeschalteten Systeme Jahr für Jahr gekostet hatten. Sewing hatte den Aktionären schon 2019 angekündigt, bis 2022 rund 13 Milliarden Euro in Technologie zu investieren.[28] Der Umbau, den Cryans Brief 2015 anmahnte, ist heute im Gang — eine Dekade, drei Vorstandsvorsitzende und einen Sonderbeauftragten später.

Was dieser Text nicht behauptet
Der Redlichkeit halber: Die Deutsche Bank schrieb 2015 bis 2017 drei Jahresverluste in Folge. Deren Hauptursachen waren teure Rechtsstreitigkeiten aus der Zeit vor der Finanzkrise sowie Marktanteilsverluste im Kapitalmarktgeschäft — nicht die IT.[29] Die Systemlandschaft war ein massiver Kostentreiber, eine Effizienz- und Risikobremse und ein Symptom der Organisationsverfassung; die alleinige Ursache der Verluste war sie nicht. Wer den Fall als „schlechte IT ruiniert Bank" erzählt, erzählt ihn falsch. Er ist etwas anderes — und für jeden, der heute Technologieentscheidungen trifft, etwas Wichtigeres: die präziseste verfügbare Langzeitstudie darüber, was Anbauen kostet, wenn man es zwanzig Jahre lang für die günstigere Option hält.
Zieht man dem Fall die Namen ab, bleibt eine Mechanik. Sie besteht aus drei Sätzen, und keiner davon handelt von Banken.
Erstens: Der Anbau gewinnt jede Einzelentscheidung. In jedem einzelnen Moment ist das Andocken die billigste, schnellste und risikoärmste Option — verglichen mit dem Umbau, der teuer, langsam und riskant wirkt. Ein Controlling, das Entscheidungen einzeln bewertet, wird deshalb den Anbau immer genehmigen und den Umbau immer vertagen. Das Chaos entsteht nicht gegen die Vernunft, sondern durch sie: als Summe lauter lokal richtiger Entscheidungen, die niemand je global addiert.
Zweitens: Der Bestand bekommt Besitzer. Jedes System, das länger als eine Budgetrunde lebt, erzeugt eine Interessengruppe — Menschen, deren Budget, Team und Relevanz an seinem Weiterbetrieb hängen. Von da an ist Konsolidierung kein technisches Projekt mehr, sondern ein politisches. Das ist der Punkt, an dem eine Managerin mit Boeing-, Dell- und Ford-Vergangenheit scheitern kann, ohne einen fachlichen Fehler zu machen: Der Bestand wehrt sich nicht mit Argumenten, sondern mit Besitzständen.
Drittens: Der Umbau erbt die Summe. Irgendwann wird der Umbau unvermeidlich — kein Bestand lässt sich ewig parallel pflegen. Aber je länger er aufgeschoben wurde, desto mehr hat er zu erben: jede Abhängigkeit, jede undokumentierte Sonderlocke, jede Nicht-Entscheidung der Anbau-Jahre. Aus der Renovierung, die er vor zehn Jahren gewesen wäre, ist eine Operation am offenen Herzen geworden — am lebenden Betrieb, unter Zeitdruck, notfalls unter Aufsicht.
Wer glaubt, diese Mechanik sei eine Eigenheit träger Großbanken, unterschätzt ihr Alter. Als die Fabriken um 1900 ihre Dampfmaschinen durch Elektromotoren ersetzten, taten sie exakt dasselbe: neue Technik, alte Architektur — ein großer Motor an der Stelle der einen großen Dampfmaschine, dieselben Wellen, Riemen und Hallen. Der Produktivitätsgewinn: über Jahrzehnte kaum messbar. Er kam erst, als eine neue Generation von Ingenieuren die Fabrik um die neue Technik herum neu baute — dezentrale Einzelantriebe, neue Layouts, neuer Materialfluss. Rund dreißig Jahre nach der Technik kam ihr Nutzen.[30] Der Wirtschaftshistoriker Paul David hat daraus 1990 die bis heute gültige Diagnose des Produktivitätsparadoxons gemacht; Michael Hammer verdichtete die Konsequenz im selben Jahr zu einem Imperativ, der brutaler klingt, als er gemeint ist: nicht automatisieren — neu machen.[31] Diesem Ur-Fall gehört ein eigenes Stück in dieser Reihe. (№ 02 — in Vorbereitung)
Nun der Sprung in die Gegenwart — und zu der Technik, deretwegen dieser Fall hier erzählt wird.
KI-Projekte beginnen 2026 fast überall gleich: als Tool-Test. Eine Lizenz, ein Pilot, ein Use Case — angedockt an Prozesse, die niemand im Haus vollständig überblickt, gespeist aus Daten, deren Qualität niemand garantiert. Die Befunde dazu sind einheitlich: Ein Großteil der Pilotprojekte erreicht nie den Produktivbetrieb, und als häufigster Blocker wird nicht die Technologie genannt, sondern der eigene Datenbestand.[32] Das ist keine Anekdote, das ist die Anbau-Mechanik aus Akt II in Echtzeit: Der Pilot gewinnt jede Einzelentscheidung — er ist billig, schnell, risikoarm. Und er addiert sich.
Wer die Parallele zur Bank für übertrieben hält, unterschätze drei Verschärfungen.
Die erste: Der Fehler wechselt die Abteilung. Ein Altsystem der Bank buchte falsch — ärgerlich, teuer, aber im Rechnungswesen auffindbar. Eine angedockte KI irrt dort, wo es keine Buchung gibt: in der Betriebsanweisung, die aus einem fehlerhaften Sicherheitsdatenblatt entsteht; in der Vertragsklausel, die zu selbstbewusst ausgelegt wird; in der Kalkulation, deren Annahmen plausibel klingen und falsch sind. Der Fehler wandert von der Transaktion ins Urteil — und Urteile sind in regulierten Prozessen genau der Ort, an dem Haftung entsteht.
Die zweite: Der Fehler verliert seine Wiederholbarkeit. Ein Legacy-System rechnet falsch, aber es rechnet reproduzierbar falsch — der Fehler lässt sich finden, eingrenzen, patchen. Ein Sprachmodell irrt stochastisch: heute hier, morgen dort, bei gleicher Eingabe verschieden. Einen Bestand aus solchen Komponenten kann man nicht auditieren wie eine Systemlandschaft; man kann ihn nur einhegen — mit deterministischen Regeln, definierten Datenständen und dokumentierten Freigaben. Wer diese Einhegung nicht von Anfang an baut, baut einen Bestand, der sich nicht einmal mehr aufräumen lässt wie 5.000 Anwendungen. Man kann ein System abschalten. Ein eingerissenes Urteilsverhalten schaltet niemand ab.
Die dritte: Der Bestand entsteht schneller. Die Bank brauchte zwei Jahrzehnte und mehrere Zukäufe für ihre Landschaft. Ein Mittelständler braucht für seinen KI-Wildwuchs keine Übernahme — nur zwei Jahre, zehn Fachabteilungen und die Freiheit, dass jede davon ihr eigenes Werkzeug abonniert. Die 5.000 Anwendungen von 2035 heißen dann nicht Anwendungen. Sie heißen Prompts, Automationen, Agenten — ungezählt, unversioniert, ohne Besitzer im Organigramm, aber mit Besitzern im Alltag. Das Muster kennt diesen Film. Es hat ihn nur noch nie in dieser Geschwindigkeit gesehen.
Was folgt daraus? Nicht der Verzicht — die Wahrnehmungsleistung moderner KI ist real, und wer sie liegen lässt, bezahlt das mit Wettbewerbsfähigkeit. Aber auch nicht das Andocken. Sondern die Bauweise, die dieser Text von Anfang an nahelegt: den Prozess vor der Technik neu zeichnen — und dabei zwei Ebenen sauber trennen. Die KI liest, sortiert, extrahiert, schlägt vor: Wahrnehmung. Das letzte Wort haben geprüfte Regeln, definierte Datenbestände und benannte Menschen: Urteil. So kommt die Stärke der Technik in den Prozess, ohne dass ihre Unsicherheit beim Kunden ankommt — oder vor Gericht.
Und hier liegt die eigentliche Pointe für alle, die heute anfangen: Sie haben etwas, das die Deutsche Bank nie hatte — einen KI-Bestand von null. Kein Wildwuchs, der verteidigt wird, keine Besitzstände, keine Anbau-Hypothek. Dieses Fenster schließt sich in dem Tempo, in dem Fachabteilungen Lizenzen abonnieren. Der billigste Umbau der Unternehmensgeschichte ist der, der vor dem ersten Anbau kommt.
Jeder Anbau ist ein Kredit — getilgt wird beim Umbau.
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Unabhängiger Senior-Berater für Prozesse und KI in regulierten Abläufen.
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